Vielfalt gestalten

Zuwanderungsprozesse und globalisierte Märkte haben die Vielfalt im Arbeits- und Wirtschaftsleben – wie in der Gesellschaft generell – verstärkt:

  • Belegschaften und Kandidaten für Stellenbesetzungen unterscheiden sich im Hinblick auf nationale Herkunft und ethnische Zugehörigkeit, Religion und Weltanschauungen, Muttersprache und kulturelle Prägungen.
  • Kundinnen und Kunden haben entsprechend der Vielfalt der Bevölkerung verschiedene Präferenzen und Bedarfe im Hinblick auf Produkte und Kundenansprache.
  • Internationale Geschäftsbeziehungen und grenzüberschreitende Unternehmenszusammenschlüsse erfordern die Kommunikation und Zusammenarbeit mit Akteuren aus anderen Ländern und Unternehmenskulturen.

Für Unternehmen sind dies Herausforderungen, auf die sie reagieren und die sie produktiv bewältigen müssen. „Diversity Management“ bezeichnet ein Management-Konzept, das die Verschiedenheit der Menschen im Hinblick auf verschiedene Dimensionen wie Alter, Geschlecht, sexuelle Orientierung, Bildung, Familienstand usw. als eine zentrale Ressource für unternehmerischen Erfolg ansieht. Der Fokus von „Vorsprung durch Vielfalt“ liegt dabei auf der Gestaltung der durch Menschen mit Migrationshintergrund gewachsenen „ethnisch-kulturellen“ Vielfalt, denn nationale Herkunft oder ethnische Zugehörigkeit sind ein wichtiger Faktor für Unterschiede im Hinblick auf Kompetenzen und Erfahrungen, Kommunikations- und Arbeitsstile, Denkweisen und Werte, aber auch im Hinblick auf die Chancen und die Behandlung der Menschen im Arbeitsleben. Auch wenn die Perspektive der Betrachtung auf der ethnisch-kulturellen Vielfalt liegt, geht es immer um die Nutzung und Förderung der Eigenschaften von einzelnen Personen, die sich in vielerlei Hinsicht unterscheiden.

In einem Diversity-Prozess werden die in der Vielfalt steckenden Potenziale in einem Unternehmen erkannt und realisiert. Dies beinhaltet,

  • die aktuelle Situation und die konkreten Bedarfe eines Unternehmens zu analysieren,
  • eine zukunftsorientierte Strategie zu entwickeln,
  • ein Bewusstsein für Vielfalt zu schaffen und
  • die notwendige Kompetenz für den erfolgreichen Umgang mit Vielfalt zu vermitteln.

Unternehmensspezifisch abgeleitete Maßnahmen dienen dazu, die vorhandene Vielfalt für die Erreichung unternehmerischer Ziele zu nutzen und mögliche Reibungsverluste von Vielfalt zu minimieren.

 

Gestaltungsbereiche

Die Herausforderungen, die Ansatzpunkte und der Nutzen der Gestaltung von ethnisch-kultureller Vielfalt liegen in verschiedenen unternehmerischen Bereichen:  

  • Eine ausdrückliche Wertschätzung von Verschiedenheit und die Anerkennung der individuellen Eigenschaften und Fähigkeiten der Beschäftigten fördert ihre Motivation und Identifikation mit dem Betrieb. Weiterentwicklungspotenziale der Beschäftigten werden erkannt. Diversity Management wirkt sich dadurch positiv auf die Arbeitsleistung der Belegschaften und auf die Leistungsfähigkeit des gesamten Unternehmens aus. Im Unterschied dazu kann der Eindruck einer geringen Respektierung von Verschiedenheit und die Erfahrung fehlender Chancengleichheit Unzufriedenheit auslösen, die zu Fehlzeiten und einer hohen Fluktuation mit entsprechenden Kosten führen kann.
  • Die demographischen Veränderungen haben bereits in einigen Branchen zu einem Mangel an Fachkräften geführt. Der Wettbewerb um knapper werdende Fachkräfte und Auszubildende wird in Zukunft noch härter. Das Signal, das Unternehmen durch die Förderung einer Unternehmenskultur der Vielfalt und Chancengleichheit setzen, wirkt sich positiv auf ihre Attraktivität als Arbeitgeber aus und ist für Bewerberinnen und Bewerber eine Entscheidungshilfe für die Auswahl eines Unternehmens. Die Ausgangsposition gegenüber konkurrierenden Unternehmen wird verbessert. Verfügbare Arbeitsmarktpotenziale werden besser erkannt und ausgeschöpft. Ferner erhöhen sich die Chancen, gut ausgebildete Beschäftigte langfristig an ein Unternehmen zu binden und eine Abwerbungsversuche anderer Unternehmen abzuwehren.
  • Während in monokulturellen Unternehmen eine starke Tendenz zur Konformität vorherrscht, fördert eine Unternehmenskultur der Vielfalt die Entstehung und Akzeptanz neuer Sichtweisen. Dadurch sind Unternehmen besser in der Lage, auf interne und externe Veränderungen flexibel zu reagieren. Gemischt zusammengesetzte Teams erhöhen die Problemlösungs- und Innovationsfähigkeit von Unternehmen, da Personen mit unterschiedlicher Wissens- und Erfahrungsbasis sowie unterschiedlichen Denkweisen und Standpunkten zu kreativeren Ideen gelangen als dies bei homogenen Teams der Fall ist. Da Vorschläge in gemischten Teams kritischer hinterfragt werden, sind die am Ende gefundenen Problemlösungen tragfähiger und qualitativ besser.
  • Vor dem Hintergrund einer zunehmenden Internationalisierung der Unternehmensbeziehungen hat die Stärkung der interkulturellen Kompetenz von Führungskräften und Beschäftigten eine bessere Kommunikation und Verständigung sowie geringere Reibungsverluste zur Folge, was sich positiv auf den Geschäftserfolg auswirkt.  
  • Eine vielfältig zusammengesetzte Belegschaft kann die verschiedenen Bedürfnisse einer vielfältigen Kundenstruktur besser erkennen und darauf eingehen. Die stärkere Berücksichtigung dieser Situation in der Werbung, der Kundenansprache und der Produktentwicklung erhöht die Chancen zur Kundenkreiserweiterung und zur Erschließung neuer Märkte.

Ausführlichere Informationen zu den Diversity-Gestaltungsbereichen

haben wir in eigenständigen Menüpunkten zusammengestellt.

Letztlich hängen die Schwerpunktsetzungen und konkreten Implementierungsstrategien von den spezifischen Strukturen und Rahmenbedingungen des jeweiligen Unternehmens ab.

"Vorsprung durch Vielfalt" berät und unterstützt Sie bei der maßgeschneiderten Ausgestaltung Ihres Diversity-Prozesses.